Egerländer Besetzung begeisterte beim Wohltätigkeitskonzert

Meldung aus Sontra
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Vor ausverkauftem Haus präsentierte das Heeresmusikkorps Kassel in Egerländer Besetzung unter der Leitung von Oberfeldwebel Johanna Klett ein mitreißendes Wohltätigkeitskonzert in Sontra. Das Ensemble führte das Publikum gekonnt durch die gesamte Palette der Egerländer Blasmusik – von kräftigen Märschen über schwungvolle Polkas bis hin zu gefühlvollen Walzern.

 

Gleich zu Beginn setzte ein „ordentlicher“ Militärmarsch den Ton des Abends: „Junges Leben“, traditionell, energiegeladen und präzise vorgetragen. Es folgten ein Polka-Evergreen von Ernst Mosch, der romantische Walzer „Rosen so rot“ und die urige, heiter anmutende „Brauhauspolka“ – eine erste Runde, die bereits die stilistische Breite der Egerländer Musik widerspiegelte.

 

Der gesamte Abend stand im Zeichen des großen Ernst Mosch, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Moderatorin Diana Blume kündigte daher „eine Reise in die Vergangenheit zu den Wurzeln des Meisters“ an. In den folgenden Runden erklangen abwechselnd Märsche, zarte Walzer und humorvolle Variationen typischer Polkarhythmen – darunter die schwungvolle „Paula-Polka“, eine musikalische Hymne auf eine Münchner Brauerei.

 

Ein besonderer Glanzpunkt vor der Pause war das Bravourstück „Piccolo Bello“. Flötistin Svenja Borgstädt beeindruckte dabei mit virtuosem Spiel auf dem kleinsten Instrument des Orchesters und erntete dafür begeisterten Applaus.

 

Im zweiten Teil standen gleichermaßen moderne wie nostalgische Titel auf dem Programm, darunter der Sommerhit „Hallo kleine Maus“. Für heitere Momente sorgte außerdem der spielerische Wettstreit zweier Tenorhörner im Stück „Zwei Schlingel“, zur Freude der Zuhörer mit viel Humor und musikalischem Können dargeboten.

 

Die junge Dirigentin führte das Orchester mit vollem körperlichem Einsatz, lebendiger Gestik und spürbarer Leidenschaft. Das Publikum ließ sich von der mitreißenden Energie gern zum Mitklatschen animieren. Zum Ausklang sang das Duo Diana und Patrick Blume ein stimmungsvolles Schlaflied, das den offiziellen Teil des Abends abrundete.

 

Doch ganz zu Ende war das Konzert damit nicht. Traditionell erhoben sich alle Zuhörer, als ein Trompeter das Steigerlied ankündigte. In der Berg- und Hänselstadt Sontra besitzt dieses Lied eine besondere Bedeutung – entsprechend kraftvoll und geschlossen stimmte der Saal mit ein und setzte so einen würdigen Schlussakzent unter einen musikalisch hochklassigen und bewegenden Konzertabend.

 

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Thomas Eckhardt die Verbindung der ehemaligen Garnisonstadt zur Militärmusik und dankte der Orchesterleiterin mit einem Blumenstrauß. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sowie des Rathauses hatten den Abend organisatorisch vorbereitet, die örtliche DRK-Gruppe war im Bereitschaftsdienst vor Ort. Für die Bewirtung mit kühlen Getränken sorgte das „Team Sobek“. Der Reinerlös des Abends soll der „Bürgerhilfe Sontraer Land“ zukommen.

 

 

Text: Annemarie Kapinus