Jugendcheck - Junge Menschen fordern Raum zum Gestalten ihrer Zukunft

Meldung aus Sontra
Vielfältige Themen wurden beim Jugendcheck in Herleshausen gemeinsam diskutiert. Konfliktpunkte waren unter anderem fehlende Freizeitmöglichkeiten und eingeschränkte Mobilität. © Foto: Matthias Hübner (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Vielfältige Themen wurden beim Jugendcheck in Herleshausen gemeinsam diskutiert. Konfliktpunkte waren unter anderem fehlende Freizeitmöglichkeiten und eingeschränkte Mobilität. © Foto: Matthias Hübner

Mit klaren Forderungen und viel Engagement brachten rund 30 Jugendliche aus den Kommunen Herleshausen, Sontra und Ringgau beim vierten Jugendcheck des Werra-Meißner-Kreises ihre Anliegen ein. Die Veranstaltung in der Mehrzweckhalle Herleshausen bot eine wertvolle Gelegenheit, über die Bedürfnisse junger Menschen und die Zukunft ihrer Region zu diskutieren. Weißenborn blieb leider ohne Vertreter.

 

Die Jugendförderung des Kreises hatte dafür einen offenen Rahmen geschaffen: Spielerisches Kennenlernen mit Bingo, alkoholfreie Cocktails und ein kostenloser Shuttle-Service sorgten von Beginn an für eine entspannte Atmosphäre. Ziel war es, den Jugendlichen eine Bühne zu bieten, um ihre Belange sichtbar zu machen und konkrete Ideen zu erarbeiten. Moderator Luca aus dem Ringgau fasste die zentrale Frage des Abends treffend zusammen: „Werden Kinder und Jugendliche gehört?“

 

Schon vor der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Sicht über eine Online-Umfrage einzubringen. Themen wie Freizeit, Mobilität, Jugendräume und Mitgestaltungsmöglichkeiten standen dabei im Vordergrund. Während viele Jugendliche ihre Gemeinden und Schulen als relativ zufriedenstellend bewerten, zeigt sich an anderer Stelle ein deutlicher Verbesserungsbedarf: Mehr Freizeitmöglichkeiten, kulturelle Angebote, Jugendtreffs, bessere Busverbindungen – die Forderungen der Jugendlichen sind vielfältig, jedoch klar formuliert. Besonders kritisch äußerten sich mehrere Teilnehmende über das Schließen von Jugendräumen, die oft wichtige soziale Treffpunkte darstellen. Auch die geringe Sichtbarkeit ihrer Anliegen in der kommunalen Politik frustriert viele.

 

Was jedoch deutlich wird: Die Eigeninitiative der Jugendlichen, insbesondere aus dem Ringgau, ist groß. Über 80 Prozent von ihnen würden sich gern aktiv in die Gestaltung ihres Umfeldes einbringen – doch häufig fehlt die Möglichkeit. „Es ist enttäuschend, wenn man das Gefühl hat, überhört zu werden“, so das Fazit einer Teilnehmerin aus dem Ringgau.

 

In den Gruppenarbeiten widmeten sich die Teilnehmenden den Top-Themen ihrer Region. Die Ergebnisse wurden anschließend direkt mit Bürgermeistern und anderen Verantwortlichen aus den Gemeinden diskutiert. Im Mittelpunkt standen Lösungen für zentrale Konfliktpunkte wie fehlende Freizeitmöglichkeiten, eingeschränkte Mobilität und die Vernachlässigung von Jugendthemen in der kommunalen Planung. Evelyn Kraft von der Jugendförderung machte die Perspektive der Veranstalter deutlich: „Wir hören Euch zu, und wir sehen Eure Bedarfe. Jetzt geht es darum, gemeinsam Wege zu gehen.“

 

Der Jugendcheck ist Teil der seit 2020 laufenden Reihe an Jugendkonferenzen im Werra-Meißner-Kreis. Gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und das Landesprogramm „Hessen aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ zeigt das Beteiligungsformat, dass Jugendliche bereit sind, Veränderungen aktiv mitzugestalten.

 

Die Reihe wird am 12. Mai in Eschwege fortgesetzt, bevor am 12. Juni eine zentrale Abschlusskonferenz im E-Werk Eschwege die Ergebnisse zusammenführt.

 

Infos: Evelyn Kraft, Jugendförderung Werra-Meißner-Kreis, Tel.: 05651/3 02 14 52, E-Mail: