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Ein Abend der Begegnung

Sontra, den 07.03.2018

Im März 2014 fand der Abend zum ersten Mal statt, der in der Adam-von-Trott Schule in Sontra mit 150 anwesenden Gästen sehr gut angenommen wurde. Im darauf folgenden Jahr 2015 konnte Organisator Marcel Isinger für die Aufarbeitung der Geschichte „Russlanddeutsche“ auf dem Hessentag den Landespreis für Flucht, Vertreibung und Integration aus den Händen von Ministerpräsident Volker Bouffier entgegennehmen. Am Samstagabend, den 03. März, veranstaltete der Verein Deutsche Jugend aus Russland in Zusammenarbeit mit Marcel Isinger und der Stadt Sontra den zweiten „Abend der Begegnung“ im Dorfgemeinschaftshaus in Wichmannshausen, der ein voller Erfolg war.

 

„Ich freue mich sehr, dass der Abend der Begegnung so angenommen wurde“, erklärt der Organisator Marcel Isinger, der am 70. Geburtstag seines Opas Viktor Gerlinger die Veranstaltung in einem bis auf dem letzten Platz gefüllten DGH eröffnete. Bänke wurden noch dazugestellt, wer zu spät kam, musste sogar stehen. Bürgermeister Thomas Eckhardt war überwältigt von der Resonanz und freute sich, dass mehr als 300 Bürger den Tag nutzten, um mit Menschen aus anderen Kulturen ins Gespräch zu kommen.

 

„Es war ein wundervoller Abend der Begegnung, der den Besuchern im DGH Wichmannshausen noch in langer Erinnerung bleiben wird. Mein besonderer Dank geht daher an alle Beteiligten und vor allem an Marcel Isinger und Alexandra Dornhof, die diesen Abend organisiert haben. Mit Stolz erfüllt hat mich neben den vielen Tanzdarbietungen und gesanglichen Einlagen vor allem die Aussage der Beauftragten der hessischen Landesregierung für Vertriebene, Flüchtlinge und Spätaussiedler Frau Ziegler-Raschdorf, dass Sontra eine hessenweite Vorreiterrolle für derartige Veranstaltungen und damit Begegnungen von Bürgern einnimmt.“, so Eckhardt. „Daher ist es mein Wunsch, auch aufgrund der sehr vielen positiven Rückmeldungen, diesen Abend der Begegnung künftig zwingend zu wiederholen, um die in Sontra lebenden und unterschiedlichen Kulturen auf diese Weise einmal kennenzulernen.“, erklärt Eckhardt.

 

Der Frauenchor „Rjabinuschki“ aus Bad Hersfeld sorgte mit alten deutschen Volksliedern der Vorfahren, zu denen wie damals an der Wolga getanzt wurde, für den musikalischen Auftakt. Der Projektchor Sontraer-Land, der sich aus Männergesangsvereinen aus Ulfen, Breitau, Berneburg und Sontra zusammensetzt, fand die richtigen Töne. Neben den musikalischen Darbietungen von Ida Stricker und dem Ehepaar Lilla und Friedrich Sterz rundete die Tanzgruppe Levitation, die mit Regina Müller und Katharina Geringer zwei Russlanddeutsche in den eigenen Reihen hat, ein facettenreiches Musikprogramm ab.

 

Eine interessante und spannende Podiumsdiskussion über die Integration und Ankunft der Russlanddeutschen, bei der die Teilnehmer Bürgermeister Thomas Eckhardt, Landrat Stefan Reuß und der pädagogische Leiter der Adam-von-Trott Schule Ludger Arnold ihre Erfahrungen und Erinnerungen miteinfließen ließen, war der Schlusspunkt einer gelungenen Veranstaltung. Nelli Isinger rundete die Podiumsdiskussion ab, indem sie sich im Namen der Russlanddeutschen bei den Menschen bedankte, die sie bei der Integration unterstützen. ​​​​​​​​Für den Organisator Marcel Isinger stand nach der Veranstaltung fest: „Wir werden diese Veranstaltung sicher in einem paar Jahren nochmal machen, sie darf nichts Einmaliges sein.“

 

Zur Person:

Marcel Isinger ist in Sontra aufgewachsen und hat im Jahr 2014 erfolgreich das Abitur absolviert. An der Frankfurter Johann Wolfgang-Goethe-Universität hat er im vergangenen Jahr sein Studium mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts Sportwissenschaft erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeitet Isinger, der immer noch bei der SG Sontra in der Kreisoberliga Fußball spielt, als selbstständiger Personaltrainer in der Mainmetropole. Isinger hat eine Freundin.

 

Was sind eigentlich Russlanddeutsche und wo kommen sie her?

Vor etwas mehr als 250 Jahren hat Zarin Katharina die Große, Deutsche nach Russland eingeladen um dort die Länder zu bewirtschaften. Diese Deutschen haben dann in deutschen Republiken und Städten und Dörfern gelebt und waren auch sehr anerkannt bei den Russen. Mit den Weltkriegen hat sich diese Anerkennung und Privilegierung der Deutschen in Russland drastisch gewandelt. Die Deutschen wurden zum Feind erklärt und ihnen wurden ihre Rechte entzogen. Außerdem wurden sie umgesiedelt (deportiert) nach Sibirien und dann in weitere Teile der damaligen Sowjetunion. Die Russlanddeutschen aus Sontra lebten vor allem im heutigen Kasachstan. Zu Beginn der 1990er Jahre, nach dem Zerfall der Sowjetunion, wurde es den Deutschen in Russland erlaubt nach Deutschland zurückzukehren. Millionen sind diesem Aufruf gefolgt und leben jetzt als Russlanddeutsche Volksgruppe wieder in der alten Heimat. Mögliche gängige Bezeichnungen sind: Russlanddeutsche, Deutsch aus Russland, Aussiedler (bis 1993), Spätaussiedler (ab 1993). Bekannte Russlanddeutsche sind die Schlagersängerin Helene Fischer oder die aus Sontra kommende Boxweltmeisterin Christina Hammer.

 

Foto: 2. Abend der Begegnung in Sontra-Wichmannshausen